Buß- und Bettag

Der evangelische Buß- und Bettag ist ein "beweglicher Feiertag", der immer auf einen Mittwoch fällt. Im Jahr 2019 wurde dieser am 20. November gefeiert. Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Buß- und Bettag immer Mittwochs vor dem letzten Sonntag im Monat November begangen wird. Das bedeutet gleichzeitig, dass 11 Tage nach diesem Festtag, der 1. Advent gefeiert wird.

Da der Buß- und Bettag nur in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag ist, haben Arbeitnehmer und Schüler an diesem Tag arbeits- bzw. schulfrei. Arbeitnehmer in Sachsen zahlen aufgrund dessen in der Pflegeversicherung einen höheren Beitrag. In anderen evangelischen Regionen, wie z. B. in Berlin oder auch in Bayern gibt es Ausnahmeregelungen zum Schulbesuch.

Geschichte

Eine Grundform des Buß- und Bettages existierte bereits im alten Rom der Antike. In Notzeiten wurden bestimmte Tage festgelegt, an denen versucht wurde, durch Fasten oder besondere Gebete, die Götter zu besänftigen. Später, als das Christentum die Staatsreligion wurde, wurden diese Tage des Gebets, des Fastens und der Buße, beibehalten.

Die evangelische Kirche führte 1532 im Zuge der "Türkenkriege" den ersten bekannten Buß- und Bettag ein. In den 1850er Jahren zählte man an 24 verschiedenen Tagen knapp 50 unterschiedliche Buß- und Bettage. Um diesen Gedenktag zu vereinheitlichen, wurde in der "Eisenacher Konferenz" (1852) das heute bekannte Datum festgelegt, jedoch wurde der Gedenktag erst viel später als gesetzlicher Feiertag von allen deutschen Ländern angenommen. Seit 1995 gilt er nur noch in Sachsen als gesetzlicher Feiertag.

Bedeutung und Bräuche

Für gläubige Protestanten ist dieser Feiertag sehr bedeutsam und dient der Besinnung. Da das Wort "Buße" im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr üblich ist, hat es die oftmals Bedeutung, das eigene Leben zu überdenken und sich evtl. im eigenen Glaubensleben neu auszurichten. Begangene Fehler oder auch gesellschaftliche Missstände bzw. Irrtümer rücken ins nähere Blickfeld und natürlich auch der Fokus, wie diese zukünftig vermeidbar wären.

In Gottesdiensten werden diese Dinge auf gesellschaftlicher wie auch auf privater Ebene angesprochen. Eine kritische Sicht auf das eigene Leben sowie auf den Umgang mit anderen Menschen gehört in den meisten abendlichen Gottesdiensten zum Standard. Ein Scheitern wird es im derzeitigen Leben von Zeit zu Zeit immer geben. Wichtig dabei ist jedoch, aus Fehlern zu lernen und sich neu zu orientieren, um auf einem guten Lebensweg zu bleiben.