Internationales Filmfestival Berlin

Das Internationale Filmfestival Berlin ist auch unter dem Kürzel "Berlinale" allseits bekannt. Es findet jedes Jahr in der Hauptstadt statt, ist neben den Festivals in Venedig und Cannes etabliert und zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Im Jahr 2019 wurde die Berlinale bereits zum 69. Mal ausgerichtet und fand vom 7. bis 17. Februar statt. Für das Jahr 2020 ist sie für den 20. Februar bis zum 1. März geplant.

Das Internationale Filmfestival Berlin ist zum weltweit größten Publikumsfestival aufgestiegen. Knapp 330.000 Eintrittskarten werden jährlich verkauft und letztlich wurden 2019 fast 500.000 Kinobesucher gezählt (inkl. aus 130 Ländern geladener Fachbesucher). Auf diese Weise können über 400 Filme präsentiert werden, welche im Wettbewerb durch eine international ausgesuchte Jury bewertet werden. Zu den jährlichen Auszeichnungen zählen der Goldene und Silberne Bär.

Geschichte

Die Berlinale hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Mit Gründung im Jahr 1951 sollte sie das "Schaufenster zur freien Welt" darstellen, das für Berlin und dessen Publikum geöffnet wurde. Gleichzeitig begann der Kalte Krieg. Die turbulente Nachkriegszeit sowie die außergewöhnliche Situation der "gespaltenen Stadt" machte das Festival zur Plattform filmkritischer Auseinandersetzungen und zum Ort multikultureller Begegnung. Bis heute ist das Festival das politischste aller renommierten Filmfestspiele.

In den ersten Jahren fand die Berlinale immer im Sommer statt. Seit 1978 wird sie jährlich im Februar ausgerichtet. Initiator der Festspiele war Oscar Martay, der u. a. durch Militärdarlehen der Vereinigten Staaten die Finanzierung sicherstellte. Als Ostdeutsche Antwort zur Berlinale wurde ebenfalls 1951 das "Festival des volksdemokratischen Films" eingeführt. Zu Beginn der Berlinale wurden die Preisträger per Publikumsentscheid bestimmt, später wurde die Preisverleihung einer internationalen Jury übertragen.

Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Gegensätzlichkeit kam es in den 1970er Jahren zu weiteren Veränderungen. 1971 wurde z. B. das "Internationale Forum des jungen Films" integriert. In den Jahren 1974 und 1975 wurden sogar ein sowjetischer und ein Film der DDR im Programm aufgenommen, was vorher undenkbar war.

Bedeutung

Zur Zeit der Berlinale wird der "Rote Teppich" ausgerollt, denn viele internationale Stars besuchen die Stadt. Somit trifft sich der internationale Zirkus auf dem Festival, was den Wirtschaftssektor ankurbelt. Durch vielseitige Initiativen gilt das Festival sowohl international auch auch innerhalb Deutschlands als wichtiger Innovationsmotor.

Außerdem entstehen neue Karrieren, indem aufstrebende Talente entdeckt und gefördert werden. Die Berlinale unterstützt auch Filmliebhaber und -kenner verschiedenster Gewerke auf ihrem Weg "an die Spitze", schafft Visionen und fördert vielversprechende Projekte.