Karfreitag

Der Karfreitag (auch "Stiller Freitag" genannt) erinnert an das Leiden und Sterben Jesu Christi am Pfahl. Das aus dem Althochdeutschen kommende Wort "kara" bedeutet Kummer, Trauer oder Klage, was die Bedeutung des Tages vertieft. Für gläubige Christen ist er einer der höchsten Feiertage. Der Karfreitag wird am Freitag vor Ostern gefeiert und fiel im Jahr 2019 auf den 19. April. Wie alle Feiertage in der Karwoche, ist auch der Karfreitag kein feststehender Tag, sondern sein Datum variiert in Abhängigkeit von Ostern.
Der Karfreitag ist ein gesetzlicher bundesweiter Feiertag. Somit gelten an diesem Tag auch gemäß dem Feiertagsgesetz bestimmte festgeschriebene Regelungen. Da dieser Feiertag auch zu den "stillen Tagen" zählt, gilt z. B. Tanzverbot sowie ein Verbot öffentlicher Sportveranstaltungen. Ebenso müssen Opernhäuser, Theater und sogar Kinos den Tag bei der Auswahl des Spielplans berücksichtigen.

Geschichte

Der Karfreitag wird mit der Hinrichtung Jesu Christi in Verbindung gebracht. Gemäß biblischen Belegen wurde Jesus Christus am 14. Nisan von den Römern hingerichtet. Da es sich hierbei um den jüdischen Kalender handelt, trifft der Todestag natürlich nicht immer exakt das Datum des Karfreitags. Die großen Kirchen haben diesen Tag jedoch zum Todestag Jesu bestimmt und so wurde er in ihre Glaubenssätze übernommen.

Im Mittelalter wurde dem Tag keine allzu große Aufmerksamkeit geschenkt. Erst nach der Reformation gewann der Karfreitag wieder an Bedeutung. Die lutherische Kirche stellte den Karfreitag bedeutungsgleich mit Ostern, Pfingsten und Weihnachten. So galt er in immer mehr Bundesländern als Feiertag. In reformierten Gebieten der Schweiz gilt der Karfreitag seit 1860 als gesetzlicher Feiertag.

Bedeutung und Bräuche

Für gläubige Christen ist der Karfreitag einer der bedeutendsten Feiertage. Sie gedenken besonders an diesem Tag dem Leiden Jesu und letztlich seinem Tod. In besonders schlichten Gottesdiensten werden die Passagen der Evangelien verlesen, um sich das Geschehen nochmals zu verdeutlichen. Durch seinen Tod nahm Jesus die Schuld der Menschheit sozusagen auf sich. Nur durch den freiwilligen Tod Christi und seiner kurz darauf erfolgten Auferstehung, kann Sündenvergebung, ein gutes Verhältnis zu Gott und damit die Aussicht auf ewiges Leben erlangt werden.

Es steht jedoch nicht allein der Tod Jesu im Mittelpunkt, sondern ebenfalls seine bevorstehende Auferstehung, was zugleich einen Sieg über das Grab und den Tod darstellt. Gläubige werden erinnert, Dankbarkeit für dieses wertvolle Opfer zu zeigen. In machen Gegenden werden "Kreuzwegandachten" abgehalten. Außerdem gilt am Karfreitag strikte Abstinenz von fleischlichen Begierden und es wird gefastet.

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