St. Martin

St. Martin wird auch Martinstag oder Martinsfest genannt. Dieser Tag wird zum Gedenken an den "heiligen Martin von Tours" gefeiert. Jedes Jahr wird diesem Heiligen am 11. November gedacht. Dieser Gedenktag ist kein gesetzlicher Feiertag, dennoch wird ihm in katholischen Gegenden hohe Bedeutung beigemessen.
Dieser Tag sollte jedoch nicht mit dem "Martinitag" verwechselt werden. Dieser Tag erinnert nämlich an Martin Luther, der am 10. November geboren und am 11. November getauft wurde. Da Martin Luther die evangelische Glaubensrichtung vertrat, wird der Martinitag eher in protestantischen Regionen begangen.

Geschichte

Knapp 300 Jahre nach Christi Tod soll Martin in Frankreich geboren worden sein. Als er im Winter an einem Bettler vorbeikam, hatte er großes Mitgefühl mit ihm. Er nahm sein Schwert und teilte seinen Wintermantel in zwei Stücke. Eine Hälfte schenkte er dem Bettler, um sein Leid zu lindern. Nachts darauf hatte Martin der Legende nach einen Traum, in welchem ihm der Bettler (der in Wirklichkeit Christus war) erschien.

Aufgrund dieser Erfahrung ließ sich Martin taufen und befasste sich mit der christlichen Lehre. Die Menschen von Tours wollten ihn aufgrund seiner Nächstenliebe zum Bischof erheben, was er jedoch ablehnte. Später gab er dem Drängen der Menge nach und war ca. 30 Jahre der Bischof von Tours. Bischof Martin von Tours verstarb am 11. November 397 und wurde nach seinem Tod in den Stand der Heiligen erhoben.

Heute gilt er als Schutzpatron der Winzer, Schneider und Weber. Außerdem zeigte er tiefes Mitgefühl für Benachteiligte, Haustiere und Kriegsdienstverweigerer, weswegen ihn Menschen verehren.

Bedeutung und Bräuche

Die Legende von Bischof Martin besticht durch sein vorbildliches Leben. Er hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, war ein disziplinierter Geistlicher und war weltgewandt. Aufgrund dieser positiven Wesenszüge erweisen ihm viele Gläubige große Ehre und erinnern sich jedes Jahr durch verschiedene Bräuche an ihn.

Dazu zählt, dass beispielsweise singende Kinder mit Laternen durch die Straßen ziehen. Mancherorts werden sie dabei von Reitern begleitet. Ein weiterer Brauch besteht darin, die Martinsgans zu braten. In anderen Regionen wird das Martinsfeuer entzündet oder die Martinswecke (eine Art Gebäck) verzehrt.

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